Aus der Broschüre, die im Heimatmuseum ausliegt: 

Geschichte: 

Die Heimatstuben Astfeld sind hervorgegangen aus einer 1968 von dem damaligen Schulleiter und Ortschronisten Hermann Piplak und Gemeindedirektor Georg Kleinwächter begonnenen Sammlung historischer heimatkundlicher Gegenstände und Dokumente aller Art aus Astfeld und der Nordharzer Umgebung. 

Am 08. Juni 1973 wurden die Heimatstuben Astfeld zunächst in zwei Räumen der früheren Gemeindeverwaltung Astfeld, Hüttenweg 12, die nach dem Gemeindezusammenschluß mit der Stadt Langelsheim frei geworden waren, eröffnet. 

Ursprünglich hatte die vormals selbständige Gemeinde Astfeld vor, ihr Heimatmuseum in der alten, ehemaligen romanischen Kirche, Tackenstraße 8, einzurichten. Die Planung lief dann jedoch anders und das unterhaltungsaufwendige Gebäude wurde verkauft, nachdem es die Freiwillige Feuerwehr nach Erhalt eines neuen Gerätehauses in der Schulstraße nicht mehr benötigte. 

1977 konnten die Heimatstuben Astfeld von zwei auf fünf, 1989 auf sechs Räume des stadteigenen Gebäudes ausgedehnt werden. Sie verfügen damit über rund 110 Quadratmeter Ausstellungsfläche, gestaltet und eingerichtet von dem Beauftragten für die städtischen Heimatmuseen und Astfelder Ortschronisten Stadtoberamtsrat a. D. Georg Kleinwächter. 
Die Heimatstuben Astfeld sind Bestandteil des Heimatmuseums Langelsheim und damit eine kommunale Einrichtung der Stadt Langelsheim für den Stadtteil Astfeld. 

Vom Nullpunkt beginnend konnte durch Spenden, Ankauf und Leihgaben im Verbund mit dem Heimatmuseum Langelsheim eine stattliche Sammlung zusammengetragen, und soweit es der begrenzte Platz gestattet, nach Sachbereichen dargestellt werden. Dabei handelt es sich um historisches heimatliches Kulturgut aller Art aus Astfeld und Umgebung, vornehmlich Gegenstände aus Haus und Hof, der Landwirtschaft, dem Handwerk und dem Berg- und Hüttenwesen, sowie heimatkundliche Fotografien, Dokumente und Gegenstände aus den gesellschaftlichen und privaten Bereichen Astfelds. 

Aufgaben der Heimatstuben Astfeld: 

Sammeln und Bewahren aller Dinge aus Astfeld und Umgebung, mit denen unsere Vorfahren gelebt und gearbeitet haben, ist das Wichtigste, muss allem anderen vorausgehen und ist weitgehend geschehen. Das Sammeln geht jedoch unentwegt weiter. 

Ausstellung für die Öffentlichkeit im Rahmen eines ländlichen Heimatmuseums, in für die Betrachter möglichst anschaulicher und verständlicher Art und Weise. Darum ist sich mit der Gestaltung und Einrichtung der begrenzten Ausstellungsfläche bemüht worden. 

Damit Bewahrung historischen heimatlichen Volksgutes und ortsgeschichtlicher Dokumente für die Nachwelt, die für chronistische und volkskundliche Aufgaben zur Verfügung stehen. 


Gang durch die Heimatstuben zu den wesentlichsten Einrichtungsbereichen und Ausstellungsgegenständen: 

Raum 1: Eingangsdiele 

Sobald der Besucher durch die Haustür eintritt, fällt sein Blick auf die Fahne mit dem Lilienwappen der früheren Gemeinde Astfeld. Das Wappen stellt historisch begründet zwei aneinandergelehnte Lilienzweige dar. 

Daneben hängt ein Bilderrahmen mit den Porträts von neun Gemeindevorstehern, Bürgermeistern und Ortsbürgermeistern Astfelds von 1896 bis 1979. 

Ortsgeschichte aus leidvoller Zeit übermitteln die Ehrentafeln für die Gefallenen und Kriegsteilnehmer des 1. Weltkrieges 1914/18 sowie für die Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges der Gemeinde Astfeld. Letztere enthält auch die Angehörigen der nach 1945 zugezogenen Flüchtlinge und Vertriebenen. Sie ist jedoch nicht vollständig. 

Eine Tafel mit Inflationsgeld aus den Jahren 1922/23 verblüfft, welche Wahnsinnspreise die damalige Inflationszeit zustande brachte - 

Von besonderem volkskundlichem Wert ist die Schulvitrine mit Schülerutensilien aller Art aus früherer Zeit. 'Der grade Weg ist der beste" mahnt ein Holzlineal. Schiefertafel mit Schiefergriffel der ABC-Schützen fehlen ebenso wenig wie der Schulranzen und die Brottasche der Schülerin Ingeborg Neumeyer aus Herzog Juliushütte, der späteren Astfelder Ortsbürgermeisterin Ingeborg Hamm er. 

Auch die in den Jahren 1970 bis 1983 stattgefundenen Volksläufe um die Granetalsperre gehören bereits der Historie an. Die Heimatstuben Astfeld zeigen damals vergebene Teilnehmermedaillen des MTV Astfeld mit heimatlichen Motiven. 

In der Eingangshalle beginnt die Ausstellung des Nebenraumes mit historischen Astfelder Fotografien. Eine Tafel zeigt die frühere Astfelder Rittergutsfamilie Mackensen von Astfeld, eine andere die Arbeitswelt der früheren Herzog Juliushütte. 

Raum 2: Fotoausstellung 

Aus einer Sonderausstellung ist aufgrund des großen Interesses eine Dauerausstellung geworden. Mehrere hundert Fotos aus Astfeld und Herzog Juliushütte' aus der umfangreichen Fotosammlung der Heimatstuben, über eine Zeitspanne von mehr als hundert Jahren Geschichte des Dorfes Astfeld, seiner Einwohner und des Dorfgemeinschaftslebens füllen die Wände und Ausstellungstafeln. 

Die Ausstellung, deren Fotos von Zeit zu Zeit ergänzt und ausgetauscht werden, ist gegliedert in die Bereiche 

Dorfgemeinschaftsleben, alte Ansichten, Land und Leute, Rittergut Astfeld, nach dem Gut die Siedler, Rittergutsfamilie Mackensen von Astfeld und Herzog Juliushütte. 

Außer den Fototafeln an den Wänden liegen einige Fotoalben aus. 

Die Fotosammlung soll noch weiter ausgebaut und zu einer umfassenden Fotochronik des Ortes Astfeld aus früherer Zeit gestaltet werden. Der Museumsbeauftragte und Ortschronist Georg Klein 
Wächter bittet daher die Astfelder und Herzog Juliushütter Einwohnerschaft, ihm dafür weitere historische Fotos zur Verfügung zu stellen, deren Originale zurückgegeben werden. 

Raum 3: Berg- und Hüttenwesen 

Hier kommt die ehemalige Herzog Juliushütte zu Ehren. 

Eine Präzisionswaage, umgeben von früheren und späteren Erzeugnissen der Bleihütte und der Seltenmetallanlage, stammt aus dem früheren Labor der Herzog Juliushütte. 

Von historischem Wert aus der Arbeitswelt der Herzog Juliushütte ist eine Original-Erzkarre, mit deren Hilfe auf dem Hüttenhof die offenen Erzrösten aufgeschüttet wurden. 

Das von dem ehemaligen Hüttenmann Berthold Bock gebaute Modell einer Erzröste, wie sie jahrhundertelang auf dem Hüttengelände qualmten, veranschaulicht diesen längst der Vergangenheit angehörenden Produktionsablauf. 

Der Vitrinenschrank zeigt einige Uniformen und Ausrüstungsgegenstände der Berg- und Hüttenleute. 

Von besonderem Interesse ist die neben Werkzeugen der Hüttenleute hängende Knappschaftsfahne der Frau Sophienhütte, während die Fahne der Herzog Juliushütte in Goslar aufbewahrt wird. 

Neben anderen historischen Fotos und Plänen zeigt ein Bilderrahmen die Porträts der acht Gemeindevorsteher und Bürgermeister aus der Zeit der kommunalpolitischen Selbständigkeit der Gemeinde Herzog Juliushütte von 1909 bis 1969. 

Fossilien, Versteinerungen von Pflanzen und wirbellosen Tieren früherer Erdepochen aus aller Welt enthält eine diesem Raum zugeordnete Vitrine. 

Raum 4: Haus und Hof. Schusterecke 

Die begrenzte Ausstellungsfläche erfordert es, in den Räumen 4 und 5 verschiedene Bereiche aus Haus und Hof, der Landwirtschaft, des Handwerks und der Heimatkunde zusammenzufassen. 

Der erste der beiden Räume zeigt zunächst den Arbeitsplatz eines Schuhmachers, mit allen dazugehörenden Werkzeugen und Geräten, einschl. der legendären Beleuchtung des Arbeitsplatzes mit zwei Schusterkugeln. 

Die Wandregale zeigen kleinere Haushaltsmaschinen verschiedener Art sowie eine umfangreiche Sammlung von Haushaltsgeschirr aus Emaille und Aluminium. 

An der gegenüberliegenden Wand hängen landwirtschaftliche Gebrauchsgegenstände, wie Sensen, Harken, Dreschflegel und anderes mehr. 

Neben einer Militaria-Ecke enthält dieser Raum auch einen bedeutenden heimatkundlichen Gegenstand, nämlich die eiserne Original-Wetterfahne von 1752 der alten, ehemaligen romanischen Astfelder Kirche. Dieses Gebäude wurde nach dem Neubau der jetzigen Astfelder evangelischen Kirche St. Laurentius von 1876 bis 1973 als Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr Astfeld genutzt. Inzwischen befindet sich dieses vermutlich älteste Gebäude des Stadtgebietes Langelsheim, zu einem Wohnhaus umgebaut, in Privatbesitz. 

Raum 5: Heimatkunde. Küchen- und Spinnecke 

Die Längswand ist der Heimatkunde mit Astfelder Gegenständen, Bildern und Fahnen gewidmet. Die Wandvitrine enthält mancherlei Erinnerungsstücke, darunter als Leihgabe eine Prachtbibel mit Widmung des Herzogs Ernst-August von Braunschweig-Lüneburg aus dem Jahr 1914 an ein Astfelder Goldhochzeitspaar. 

Die Heimatwand ziert unter anderem ein perlenbestickter Turnergürtel sowie Foto und Vereinsfahne des ehemaligen Turnvereins Germania Astfeld. Herausragendes Sammlungsstück der Heimatwand ist eine Porzellanmalerei aus dem vorigen Jahrhundert vom Rittergut Astfeld. Nicht minder interessant sind zwei Handglocken, mit denen bis 1965 die Ausrufung öffentlicher Bekanntmachungen der Gemeinde Astfeld angekündigt wurde, sowie Astfelds Nachtwächterhorn und eine 'Chartre von der Feldmark Astfelde', aufgenommen 1758. Daneben befindet sich das von dem Hüttenmann Otto Hampe angefertigte Modell des 'Wippebrunnens', eines Gemeindebrunnens, der an der Ecke Hüttenweg/ Neue Reihe stand. 

Die Spinnecke enthält zwei unterschiedliche Spinnräder und andere Gegenstände der Flachsverarbeitung sowie eine Aussteuertruhe mit Handgewebtem. Dem Harzer Fuhrmannswesen zuzuordnen ist eine Tobelkiepe', eine lederüberzogene, aus Weidenruten geflochtene Umhängetasche, in der der Fuhrmann seine Wegzehrung aufbewahrte. 

In einer Ecke des Raumes ist eine kleine Küche aus früherer Zeit eingerichtet. Daneben eine Sammlung von Gegenständen zur Butterherstellung, vom Melkschemel bis zur Butterform. Sammlungen von Kaffeemühlen, Wärmflaschen und Tontöpfen verschiedener Art und Größe runden die reichhaltige Ausstellung dieses Raumes ab. 

Raum 6: Bürgerstube 

Hier sind Möbel und Einrichtungsgegenstände zu einem Wohnraum zusammengestellt, wie er bis weit in das 20. Jahrhundert hinein 'Omas gute Stube darstellte, die auf dem Lande, soweit überhaupt eine vorhanden war, nur an Feiertagen und zu besonderen Anlässen benutzt wurde. Darin durften eine Wanduhr (hier sind es zwei verschiedene) und über dem Sofa Opas Soldatenbilder sowie andere Fotografien nicht fehlen. Von der Decke hängt eine Petroleumlampe. 

Ferner finden in dem Raum der Schreibschrank eines Astfelder Handwerksmeisters, ein Grammophon, eine Nähmaschine, ein Korbkinderwagen, eine Kinderwiege und ein Schaukelpferd Platz. 

Schmuckstück der 'guten Stube' ist ein etwa einhundertjähriger runder Kachelofen, der seinen Weg von der Landeshauptstadt Hannover nach Astfeld gefunden hat. 



Wir danken Ihnen für Ihren Besuch. 
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und besuchen Sie uns bald wieder! 



Besuchen Sie auch das Heimatmuseum Langelsheim 

Die Heimatstuben Astfeld sind Bestandteil des weit größeren gesamtstädtischen Heimatmuseums Langelsheim. Beide sind städtische Einrichtungen und stehen untereinander in engem Verbund und unter gemeinsamer Leitung. 

Im Heimatmuseum Langelsheim ist auch Astfeld mit zahlreichen, meist sperrigen Gegenständen, die in den Heimatstuben keinen Platz finden können, wie z. B. die Astfelder Feuerwehrspritze von 1875, gut vertreten. 


Öffnungszeiten des Heimatmuseums Langelsheim: 

Jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 10.30 bis 12.00 Uhr sowie jeden zweiten und vierten Sonnabend im Monat von 15.00 bis 17.00 Uhr. 

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